Computer: Pflege und Instandhaltung
Die Pflege des Computers ist genauso wichtig wie die Pflege Ihres Autos.
Ein Computer ist ein Werkzeug. Ein teures Werkzeug. Summa summarum kostet ein PC samt Peripherie rund 1000 Euro. Für dieses Geld kann man erwarten, dass er eine Weile seinen Dienst tut. Wie lange sollte dies Ihrer Meinung nach sein? 1 Jahr, 2 Jahre… 3? Noch länger? Haben Sie sich einmal gefragt, was Sie tun sollten, damit Sie da nicht enttäuscht werden?
Moderne Computer sind von Hause aus weniger anfällig als ältere Modelle. Stromsparende Prozessoren, langsam drehende Lüfter, wärmegesteuert, gelgelagert und bis zu 14 cm im Durchmesser, große Kühlkörper auf der CPU und komplexe Kühllösungen für Grafikkarten sorgen dafür, dass ein großes altes Problem nicht mehr existiert: der Wärmestau im PC. Damit wurde ein großer Schritt in Richtung Haltbarkeit des Computers getan, denn nichts war so schädlich wie hohe Temperaturen im Inneren des PCs.
Trotzdem sind gewisse Punkte zu beachten, damit Sie lange Freude an Ihrem Computer haben. Sie erhalten deshalb hier ein paar wertvolle Tipps für Computer, Monitor, Drucker und Eingabegeräte.
Computergehäuse
Das Innere des Computers zu reinigen bedarf ein wenig Fingerspitzengefühl. Sie sollten dies deshalb lieber dem Fachmann überlassen. Ich empfehle eine komplette Reinigung des Computers alle 12 Monate, in staubiger Umgebung oder in Haushalten mit Tieren auch öfter.
Wenn Sie es selbst machen wollen:
- Sorgen Sie dafür, dass Sie geerdet sind, ehe Sie ins Innere greifen.
- Stecken Sie alle Kabel ab. Vermeiden Sie elektrische Entladungen und direkten Kontakt mit dem Mainboard.
- Wenn Sie Hochdruckgebläse verwenden, achten Sie darauf, dass Sie kein Kondenswasser aufs Mainboard sprühen.
- Die Lüfter dürfen nicht hochdrehen. Üben Sie keinen Druck auf die Lüfter aus, die speziellen Lager sind diesbezüglich empfindlich.
- Lassen Sie beim Reinigen das Gehäuse nicht fallen. Es ist immer noch eine empfindliche Festplatte verbaut, die dabei definitiv Schaden nimmt.
- Beim Zusammenbauen die Kabel nicht vergessen. Alle!
Vorsorge: Der größte Feind des Computers ist Rauch. In Kombination mit Staub oder gar Feuchtigkeit entsteht ein klebriger, dichter Schmutzfilm auf den Komponenten, der im schlimmsten Fall sogar zu einem Kurzschluß führen kann. Vermeiden Sie deshalb, in Computerräumen zu rauchen, auch wenn es sehr schwerfällt.
Leicht erhöht aufgestellt reduzieren Sie die Gefahr, dass der Computer den ganzen Umgebungsstaub in sich aufsaugt. In Räumen mit Parkett oder Laminat entstehen Staubflusen, die gern von den Lüftern aufgesaugt und ins Innere des PCs befördert werden. Regelmäßiges Staubsaugen sollte deshalb selbstverständlich sein. Sie können dabei auch die Lüftungsschlitze und die Rückseite des Computers mit absaugen. Befreien Sie dabei auch die äußeren Steckplätze (USB, HDMI, SATA) von Staubflusen. Das Gehäuse können Sie mit einem feuchten Lappen abwischen.
Klima: Lüften Sie regelmäßig Ihr Computerzimmer. Feuchtigkeit wird so nach draußen transportiert. Auch sollten Computerräume nicht auskühlen. Stand Ihr PC längere Zeit in kalter Umgebung, zum Beispiel im Auto im Winter, so lassen Sie ihn für ein, zwei Stunden akklimatisieren, ehe Sie ihn anschalten. Dies schützt vor Spannungsschäden und Kurzschluß. Auch zu hohe Temperaturen sollten Sie meiden. Gerade bei Dachgeschosswohnungen sollte auf jeden Fall für eine gute Kühlung gesorgt werden. Direkte Sonneneinstrahlung aufs Gehäuse sollten Sie meiden, sonst überhitzt der PC und schaltet ab. Ältere Modelle brennen auch gerne mal durch. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Monitor
Ein Monitor ist relativ einfach zu pflegen. Ins Innere kommen Sie nicht, und wenn doch, so lassen Sie es besser bleiben. Es kann zu viel kaputt gehen.
Einen Flachbildschirm sollten Sie sorgsam behandeln, weil die wenigsten eine schützende Scheibe vor dem Display haben. Ist das Display verstaubt oder gar verschmiert (Kinderfinger vollbringen da wahre Wunder!), sollten Sie zuerst mit einem weichen Vlies oder einem Wedel die Staubkörnchen entfernen. Danach mit einer Reinigungslösung (im Fachhandel erhältlicher Displayreiniger) einsprühen und anschließend mit einem feuchten Vlies oder einem Schwamm abwischen. Üben Sie dabei nicht zu viel Druck aus, so ein Bildschirm ist sensibel.
Hartnäckige Verschmutzungen kann man versuchen, mit etwas Spüli zu entfernen. Woher die kommen sollten? Hat Ihnen schon einmal Ihr Kind mit vollem Mund auf den Computerarbeitsplatz geniest? Es geht alles, glauben Sie mir das.
Küchentücher sind nicht geeignet. Sie enthalten Holzanteile, die das Display verkratzen könnten. Und mal eben schnell mit der Hand drüber wischen geht auch nicht – Sie reiben den Staub auf dem Display breit und sorgen somit für schöne Kratzer.
Kleiner Tipp am Rande: Wenn Sie sich einen neuen Monitor geleistet haben, werden Sie sich bestimmt über die schöne glänzende Oberfläche freuen. Klavierlack ist das Zauberwort. Sonst sind Sie ewig damit beschäftigt, Fingertapser wegzuwischen. Diese verewigen sich nur allzu gerne auf schönen glänzenden Klavierlackoberflächen. Raue Oberflächen sind von vornherein die bessere Wahl, auch wenn sie langweilig aussehen. 🙂
Eingabegeräte: Tastatur und Maus
Hier gilt die eiserne Grundregel: kein Essen und Trinken am Computerarbeitsplatz! Dann haben Sie es am einfachsten. Natürlich kann man das von niemandem verlangen. Ich trinke ja auch gern meinen Kaffee bei der Arbeit. Und ein Stückchen Kuchen oder Kekse sind besonders lecker, wenn zwischendurch die Tastatur klappert. Sie merken… Tastaturen und Mäuse sind die am meisten belasteten Komponenten am Computerarbeitsplatz.
Mäuse: Die modernen Mäuse haben keinen Ball mehr zum Bewegen des Cursors. Dies vereinfacht die Sache sehr. Hier wischen Sie die Maus oben und unten mit einem feuchten Lappen ab. Spüli, wenn fettige Finger am Werk waren, geht auch. Mehr ist nicht nötig.
Tastaturen: Einfache Tastaturen sind einfach zu reinigen. Entweder mit Hochdruck ausblasen oder gleich unter fließendem Wasser abspülen. Wer ganz mutig ist, kann gerne auch eine kräftige Bürste nehmen, ein ordentliches Reinigungsmittel und damit ordentlich Schaum schlagen. Danach unter fließendem Wasser abspülen und zum Trocknen umgekehrt auf die Heizung legen. Bringen Sie Geduld mit, denn nach einem Tag ist das Innere der Tastatur bestimmt noch nicht trocken. Da diese Methode jedoch mit einem gewissen Risiko verbunden ist, ist sie nur als letzter Ausweg für wirklich dreckige Tastenbretter zu sehen.
Hochwertige Tastaturen, Multimedia-Tastaturen und Speziallösungen benötigen einen höheren Wartungsaufwand. Zuerst sollte der lose Schmutz und Krümel aus dem Inneren geblasen werden. Danach empfehle ich die Mühe mit einem feuchten Vlies und einem milden Reinigungsmittel. Die Tasten sollten alle einzeln abgewischt werden. Wasser darf nicht in das Innere gelangen.
Vorsicht bei sehr flachen Tastaturen. Diese haben, wie bei Notebooks, eine spezielle Halterung, die abbrechen kann.
Kleiner Tipp: Stecken Sie die Tastatur vor der Reinigung vom Computer ab. Andernfalls erhalten Sie unter Umständen lustige Reaktionen auf dem Bildschirm. 😉
Drucker und Scanner
Die Außenseite von Drucker und Scanner reinigen Sie am besten mit einem feuchten Vlies und etwas Spüli. Das Scannerglas pflegen Sie mit ganz normalem Glasreiniger und einem Fensterleder. Vermeiden Sie aber auch hier Küchentücher oder ähnliches Papier.
Drucken Sie hin und wieder mal eine farbige Seite aus. So wird verhindert, dass die Düsen verstopfen. Dies ist natürlich nur nötig, wenn Sie sehr selten drucken oder nur schwarz-weiß.
Was bei modernen Druckern keinen Sinn macht, ist das Trennen von der Stromleiste, um Stromkosten zu sparen. Sobald sie wieder eingeschaltet werden, durchlaufen sie einen kompletten Reinigungsvorgang, wobei ordentlich Tinte durch die Düsen geblasen wird. Dies ist teurer als die paar Millicent, die der Drucker im Standby verbraucht.
Zur Druckerwartung gehört auch, dass Sie das richtige Papier verwenden. Jeder Drucker ist nur für bestimmte Papiersorten und -stärken ausgelegt. Nehmen Sie zu dickes Papier, machen Sie die Andruckrollen kaputt. Zieht der Drucker nicht mehr richtig ein, können Sie die Rollen mit einem in Alkohol getränkten Wattestäbchen reinigen und anschließend mit ganz feinem Sandpapier etwas anrauen. Streichen Sie quer zur Einzugsrichtung, so erhalten Sie das beste Ergebnis. Wenn Sie zusätzlich einen Staubsauger bei der Arbeit zu Hilfe nehmen, vermeiden Sie, daß der abgeschliffene Staub in die Mechanik gelangt.
Laserdrucker dürfen Sie auf keinen Fall ausblasen, um sie vom Tonerstaub zu befreien. Bringen Sie sie bei starker Verschmutzung zum Fachhändler. Ansonsten reicht es, die Außenseite ganz normal mit einem feuchten Tuch zu reinigen.
Sonderfall Notebook
Die Reinigung des Notebooks läuft in mehreren Abschnitten. Das Display reinigen Sie wie einen normalen Flachbildschirm. Die Oberfläche pflegen Sie ebenfalls ganz normal. Das war es dann aber mit »einfach«.
Die Tastatur vorsichtig mit einem Pinsel und einem kleinen Staubsauger von Krümeln und Staub befreien. Wenn Sie vorhaben, die Tastatur nass zu reinigen, müssen Sie sie ausbauen, bevor Sie Hand anlegen. Spätestens hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, so dass ich hier aufhöre, weitere Tipps zu geben. Sie können zu viel falsch machen.
Blasen Sie auch auf keinen Fall in die Lüftungsschlitze, selbst wenn sie zu sind. Sie verteilen den Staub schön in den Ritzen und pusten ihn noch tiefer ins Innere. Absaugen ja, aber ausreichend ist das nicht. Bringen Sie das Notebook bei starker Verschmutzung zum Fachmann.
Kleiner Tipp: Notebooks sind aufgrund ihrer Bauweise sehr wärmeempfindlich. Stellen Sie Ihr Notebook nicht auf eine Linoleumtischdecke. Wolldecken sind ebenfalls tabu. Achten Sie darauf, dass die Luft neben und unter dem Notebook zirkulieren kann. Am besten bewährt haben sich Kühlboards, die Sie unter das Notebook schnallen können. Diese haben zusätzliche Lüfter, die die Abwärme des Gerätes wegtransportieren. Ein Hitzestau ist somit nahezu ausgeschlossen. Außerdem sind sie meistens schräg aufgebaut, so dass Sie eine angenehme Handhaltung beim Schreiben bekommen. Für die Pragmatiker unter uns: Wenn Sie sich das Geld für das Kühlboard sparen wollen, geht auch eine ca. 3–5 cm hohe Holzleiste. Die legen Sie hinten unter das Notebook und die Wärme kann ebenfalls entweichen. Achten Sie dann aber auf einen sicheren Stand des Notebooks.
Stand der Angaben: 18.06.2019