|
Open Source - was steckt dahinter? Warum zahlen, wenn doch kostenlos?
Hinter dem Begriff Open Source verbirgt sich im Vergleich zu Closed Source eine quelloffene Software. Das bedeutet, dass die Programmierung einsehbar ist und sich jeder an der Weiterentwicklung beteiligen kann. Typische Vertreter von Open Source-Software sind Mozilla und Libre Office. Auch VLC oder GIMP gehören zum Beispiel dazu. In der Regel sieht sich OpenSource als Alternative zu den weit verbreiteten Programmen großer Anbieter und möchte durch die strikte Einhaltung internationaler Standards dem Anwender ein verläßliches Arbeiten ermöglichen.
Warum ist Open Source wichtig?
Um Fortschritt zu erzielen, braucht es Vielfalt. Es braucht viele Anbieter mit unterschiedlichen Ideen, die miteinander konkurrieren. So entsteht ein bunter Markt an Programmen und Möglichkeiten. Monopolisten sorgen dafür, daß die Vielfalt verschwindet. Sie stellen eigene Regeln auf, definieren eigene Standards und bauen diese in die eigene "closed Source"-Software ein, um sie durch die hohe Verbreitung zu manifestieren. Ein Datenaustausch oder das Arbeiten auf unterschiedlichen System wird erschwert oder gar unmöglich gemacht. Damit binden Monopolisten mit dieser Methode Nutzer an sich und das eigene "Universum". Man kommt nicht mehr los von der einmal getroffenen Softwarewahl. Hinzu kommt, daß der Programmcode von Closed-Source geschützt und nicht einsehbar ist. Man kann sich also nicht sicher sein, ob versteckte Funktionen oder Hintertüren existieren, die den Einsatz der Softwrae unsicher machen oder einen versteckten datenabfluß ermöglichen. Man kann also sagen: Monopolisten, die in der Regel ihre Software per Closed-Source schützen, lassen sich nicht in die Karten schauen. Man weiß nicht, woran man ist und muß sich auf Versprechen eben dieser Anbieter verlassen. Sicher sein kann man sich nicht, sicher ist anders.
In den 90ern kam es zu einem Beinahe-Stillstand im Web, weil der Internet Explorer des Softwaregiganten Microsoft, durch die Integration ins Betriebssystem Windows, eine quasi Monopolstellung hatte und sich jeder an diesem Browser orientieren mußte. Das Heikle an dieser Sache war, dass sich der IE nicht an die Webstandards hielt und sein eigenes Süppchen kochte, somit zur Bremse in der Entwicklung des Internets wurde. Dies äußerte sich zum Beispiel darin, dass die Webseiten falsch dargestellt wurden, wenn sie in anderen Browsern aufgerufen wurden, sich große Sicherheitslücken im Microsoft-Browser auftaten und da auch blieben, weil Microsoft keine Notwendigkeit sah, etwas zu verbessern. Sie HATTEN ja den Markt unter sich. Keiner wollte so recht Anwendungen fürs Web programmieren, weil immer die Gefahr des Mißbrauchs bestand, bzw. man nicht die Funktionsfähigkeit garantieren konnte. Es war schlicht nicht möglich, da der Internet Explorer durch die selbst definierten Standards die Webseiten anders interpretierte, als es die konformen Browser, wie Netscape taten. Um halbwegs sicher sein zu könnnen, daß die Website auf den meisten Rechnern das tat, was der Programmierer wollte, wurde sie nach Microsoft-Standards erstellt und man sah oft den Hinweis: "Für IE optimert". Die alternativen Browser hatten das Nachsehen und verschwanden so vom Markt, obwohl sie korrekt arbeiteten. Microsoft hatte damit das Monopol. Für die Sicherheit auf den Nutzer-PC war das eine Katastrophe. Viren, Trojaner und andere Schadsoftware waren zuhauf auf den Computern zu finden. Unermeßliche Schaden wurde angerichtet. Heute finden Sie diese Situation und die Folgen unter dem Begriff "Browser Wars".
Ebenso verhielt es sich mit Outlook Express, dem damaligen Emailpogramm. Dies ändere sich erst, als Mozilla den Firefox und Thunderbird auf den Markt brachten. Das Thema Sicherheit ist zwar nach wie vor ein heißes Eisen, jedoch werden heute gefundene Schwachstellen sehr schnell beseitigt. Und schauen wir uns an, was heute mit den Browsern möglich ist: Webseiten mit eingebetteten News-Feeds und Videos, Twitter, Wetterbericht und Live-Übertragungen - alles im Browser! Beim Online-Einkaufen können Sie direkt bezahlen und erhalten die Möglichekit, den Weg der Ware live zu verfolgen. Die Bewertungsfunktion erlaubt es Anwendern, Ihre Meinungen und Erfahrungen mitzuteilen...
Nehmen wir zwei anderere Fälle:
Erinnern wir uns doch einmal nur noch kurz an diese unsäglichen "winmail.dat"-Anhänge. Diese werden durch einen Fehler im Outlook erzeugt. Wir erhalten eine leere E-Mail mit diesem Anhang und keiner weiß, was da geschickt wurde. Die meisten löschen diese Mail umgehend. Der kostenlose Winmail-Opener erlaubt es uns, auf einfachem Wege an den Inhalt in der Winmail.dat heran zu kommen.
Oder wWie können Sie Ihre Daten vom Handy ohne Cloud auf den Computer sichern? MyphoneExporer ist das Universalwerkzeiug, daß Ihnen in diesem Fall tatkräftig unter die Arme greift.
Open Source kann also ein wichtiger Motor in der Entwicklung sein. Nicht zuletzt ist freie Software eine kostenlose, doch nicht schlechtere Alternative zu den etablierten Programmen. Man muß nur einmal die Kosten für ein Office-Produkt oder dem Grafikprimus betrachten.
Wieso soll ich dann doch etwas bezahlen?
Open Source-Software wird von vielen Menschen in Ihrer freizeit entwickelt. Für die einen ist es ein Studimprojekt, die anderen haben einfach Freude daran. Trotzdem müssen diese Menschen von etwas leben. Deshalb erhalten wir häufig die Bitte nach einer Spende. Oftmals werden wir nach der Installation auf die Homepage der Entwickler weiter geleitet und erhalten die Meldung "Donate 5$". Dies darf nicht als Zwang oder verstanden werden. Es ist die Bitte der Entwickler nach einem kleinen Honorar, wenn einem die Software gefällt und man damit arbeiten möchte. Sehen Sie es wie der Hut des Straßenmusikers. Wenn man will, wirft man ein paar Münzen hinein. Der Betrag ist im Verhältnis zum Leistungsumfang der Software und im Vergleich zu den Preisen kommerzieller Anbieter sehr gering. Betrachten wir das am Beispiel von CDBurnerXP. Dieses Brennprogramm unterstützt so ziemlich alle Brenner und Brennmedien. Der Umfang der Software reicht von Daten-CDs / DVDs über Musik- und Videoscheiben bis hin zur Kopierfunktion oder ISO-Image-Verwaltung. Besser macht es die große Nero-Brennsuite auch nicht, kostet jedoch knapp 80 Euro in einer aktuellen fassung. Die zusätzlichen Fukntionen wie einen mediaplayer braucht man nicht, denn die gibt es zuhauf ebenfalls kostenfrei im Internet oder über den Media Player von Windows. Wenn Sie nun also dem Entwicklerteam des Brennprogramms 10 Euro spenden, dann aus dem Prinzip Fainess. Pay for Use.
Oftmals wird das "kostenlos" durch Toolbars oder Extraprogramme erkauft. Beides hat sehr fragwürdigen Charakter und dient nur dem Geldverdienen. Außerdem widerspricht es dem Gedanken des "kostenlos". Entweder ich biete Software frei an, oder ich verlange Geld. Jedoch geht es zu weit, wenn ich für freie Software durch die Hintertür Geld verdienen will und mich dafür der PCs der Anwender bediene. Leider kommt sogar Bezahlsoftware mit Toolbars daher, so dass wir im Grunde bei der Installation immer den benutzerdefinierten Modus nutzen nutzen sollten, oder nach Optionen oder Einstellungen Ausschau halten, um diese Mitbringsel abzuwählen.
Der Gedanke von Open Source liegt trotzdem in der Entwicklung von bezahlbarer, anwenderfreundlicher Software, die jederzeit von jedem den aktuellen Ansprüchen angepaßt werden kann.
|